DIE ENTFÜHRUNG DER AMYGDALA

von Pina Bergemann & Anna Gschnitzer

16. Feb Fr, 20:00
17. Feb Sa, 20:00

Es beginnt mit einem Knall. Der Kopf bounct auf die Motorhaube und das Patriarchat fetzt ihr aus dem Schädel. Sie vergisst, dass sie Mutter ist, vergisst ihre Kinder, ihren Mann, die pflegebedürftigen Eltern, die gläserne Decke, die sie nach ihrer Elternzeit einfach nicht mehr durchbrechen kann, die Lebenskosten, die das Einkommen übersteigen, den Struggle. Sie lässt das alles hinter sich, mit einem Mal. Aber kann man das – kann man das wirklich?

Eine Frau entscheidet sich nach einem Unfall für ein anderes Leben und begeht damit einen Tabubruch: Jenseits ihrer Rolle als Mutter und Ehefrau und aller damit einhergehenden Erwartungen sucht sie nach einem neuen Platz für sich in der Welt. Sie begibt sich auf eine Reise, vielleicht in ein anderes Universum.

„Begleitet von Moritz Bossmann, der für die Komposition und Live-Musik verantwortlich zeichnet, liefert Pina Bergemann eine großartige Vorstellung ab, ist mal die gehetzte Mutter und Tochter, gefrustete Ehefrau mit Karriereknick nach Elternzeit, mal Amygdala. ... Eine starke Schauspielleistung und interessante Rollenbetrachtung am Theaterhaus Jena!" – Ostthüringer Zeitung, 22.01.2024

Schauspielerin Pina Bergemann im nachtkritik Theaterpodcast (65) – Bühnenmütter Alles Superfrauen? Gespräch mit Bergemann und Regisseurin Jorinde Dröse von Susanne Burkhardt / Elena Philipp – nachtkritik 08.02.24


Mit Pina Bergemann Text Anna Gschnitzer Regie Pina Bergemann / Babett Grube Komposition/Live-Musik Moritz Bossmann Bühne/Kostüm Carolin Pflüger Licht Maarten van Otterdijk Dramaturgie Hannah Baumann Regieassistenz Nanine Maria Kok / Anton Conrad Assistenz Bühne/Kostüm Oska Anne Hilpoltsteiner Rechte Felix Bloch Erben, Verlag für Bühne, Film und Funk Gefördert aus Mitteln des THEATERPREIS DES BUNDES

Pina Bergemann, in Stuttgart geboren, studierte bis 2011 an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg Schauspiel. Mit ihrem Jahrgang gewann sie den Max-Reinhardt-Preis für die beste Ensembleleistung beim Schauspielschultreffen für »Baal«. Nach ihrem Studium war sie am Theater Kiel und am Schauspiel Leipzig engagiert und hat unter anderem mit Regisseur*innen wie Christopher Rüping, Nuran David Calis oder Babett Grube zusammengearbeitet. Nachdem sie ihre Elternzeit in New York verbracht hat, arbeitete sie zunächst freischaffend in Leipzig. 2018 war sie Stipendiatin beim internationalen Forum des Theatertreffens. Seit der Spielzeit 2018/19 ist sie Ensemblemitglied am Theaterhaus Jena, wo sie mit dem holländischen Kollektiv Wunderbaum begonnen hat kollektiv Stücke zu entwickeln. 2022 verwirklichte sie zusammen mit der Autorin Anna Gschnitzer ihre erste eigene Arbeit „Leaving Carthago“ als Regisseurin zum Thema Mutterschaft. Pina ist außerdem Teil des Vorstandes beim Verein Bühnenmütter e.V. der sich für familienfreundlichere Arbeitsstrukturen an Theater einsetzt und mit dem Tabu Mutterschaft in den Künsten brechen will.

Anna Gschnitzer arbeitet als Autorin und Dramaturgin und lebt derzeit mit ihrer Familie in München. Sie wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, u.a. mit dem Jahresstipendium der LiterarMechana, dem Dramatik Stipendium der Stadt Wien und dem Publikumspreis des Münchner Förderpreises für deutschsprachige Dramatik. 2021 erhielt sie den Publikumspreis des Heidelberger Stückemarkts für ihr Stück EINFACHE LEUTE, das am Staatstheater Mainz in der Regie von Alexander Nerlich uraufgeführt und 2022 zum nachtkritik-Theatertreffen eingeladen wurde. Mit Alexander Nerlich verbindet sie seither eine wichtige Arbeitsbeziehung, genauso wie mit Schauspielerin und Regisseurin Pina Bergemann und Regisseurin Babett Grube, deren zweite gemeinsame Arbeit „Die Entführung der Amygdala“ im Januar 2024 am Theaterhaus Jena zur Uraufführung gebracht wird. Ihre Stücke werden zudem am Schauspielhaus Wien, am Theater Ingolstadt, am Theater Konstanz und an den Vereinigten Bühnen Bozen gezeigt.

Babett Grube inszenierte u. a. am Staatsschauspiel Dresden, am Maxim Gorki Theater Berlin, am Schauspiel Hannover sowie am Schauspiel Dortmund. Für ihre Inszenierung »Tigermilch« am Schauspiel Hannover wurde sie 2015 für den Theaterpreis »Der Faust« nominiert. Von 2017/2018 bis 2021/22 war sie Hausregisseurin und Teil der künstlerischen Leitung am Theater Oberhausen und absolvierte 2020, die berufsbegleitende Weiterbildung »Theater- und Musikmanagement« an der LMU München. Mit der Theaterhaus-Schauspielerin Pina Bergemann und der Autorin Anna Gschnitzer arbeitet sie nach Leaving Carthago bei Die Entführung der Amygdala das zweite Mal als Regisseurin zusammen.

Kartenpreise 25€ / 15€ / 10€ (Solidarisches Preissystem)