Vorschau


WILDWUCHS

17 / 18 Februar 2021

Drei junge Autor*innen mit drei Werkstattinszenierungen ihrer Stücke – eine Kooperation zwischen der Absolvent*innenklasse Schauspiel und dem 15. Jahrgang Szenisches Schreiben an der UdK. Bereits zum zweiten Mal findet dieses Nachwuchsfestival in konzentrierter Form am Theaterdiscounter statt. Aus TD-Arbeiten bekannte Regisseur*innen inszenieren die drei Stückentwürfe in schneller räumlicher und zeitlicher Folge an jeweils einem Abend.

Autorenkurzfestival


SUIT YOUR BODY

Premiere 27 Februar, weitere Termine bis 06 März 2021

In einer begehbaren Rauminstallation hinterfragen Frauen und Fiktion kritisch den körperlichen Selbstoptimierungsdrang. Auf Basis eines Interviews mit Natalie Rosenke, Expertin für das Thema Gewichtsdiskriminierung, kreieren sie einen Raum, in dem alle Körper erwünscht sind. Ein Frauenchor, der spricht, der Geschichten erzählt, die bisher nicht gehört worden sind, der neue Perspektiven eröffnet. – "Wir wollen den Körperhass als gesellschaftliches Phänomen in selbstermächtigten Perspektiven ad acta legen ..."

von Frauen und Fiktion


TORNADO

10 / 11 / 12 / 13 / 14 März 2021

Begegnen Sie einem wirklichen, einem echten Tornado! Gemeinsam mit einem unfassbar anschwellenden Wind bevölkern Stimmen von Dürre- und Sturmbetroffenen sowie von Klimaforscher*innen und -aktivist*innen den Theaterraum. Ihre Not, Verluste und Verstrickungen, ihre Durchbrüche und Schicksalsschläge sind das Material für ein Theater, das der Gegenwart ins Auge sieht und die Natur direkt zu Wort kommen lässt.

von Tobias Rausch


REICH DER TRÄUME

18 / 19 / 20 März

Wer war Wilhelm Reich? Einsames Kind, oversexter Forscher oder paranoider Scharlatan? In REICH DER TRÄUME widmen sich die Regisseurin Charlotte Lorenz und ihr Team dem umstrittenen Psychoanalytiker und den traumhaft anmutenden Erinnerungswelten seiner Biographie. Dabei befragen sie die narrativen Zwänge biographischen Erzählens und erkunden szenisch jene Geschichten, die tief in den Körper des sich Erinnernden eingeschrieben sind – Geschichten von Fortschritt und Verfolgung, von Größenwahn, Heilung und von der Wiederverzauberung der Welt.

von Charlotte Lorenz


(SELF)PORTRAIT GIACOMETTI

Premiere 27 März 2021

Uraufführung RAUM+ZEIT (Lothar Kittstein, Bernhard Mikeska), gefördert durch den HKF


ANTIGONE COMEBACK

ab 31 März 2021

Wie die Neuproduktion (SELF)PORTRAIT GIACOMETTI ist auch ANTIGONE COMEBACK Theater für jeweils eine*n Zuschauer*in. Ausgestattet mit einer VR-Brille erleben wir eine individuelle Zeitreise zurück, ins Theaterlabor der Zukunft, begegnen Helene Weigel und Bertolt Brecht live und virtuell, bei Proben zu "Antigone“. Für Weigel steht bei diesem Comeback ihre Karriere auf dem Spiel, für Brecht sein ganzes Theatermodell. Unter den Konflikt von Antigone und Kreon, von Gesetzestreue und Freiheit, von Tyrannei und Widerstand, schiebt sich der Kampf zwischen Brecht und seiner Partnerin.

szenische Installation des Künstlertrios RAUM+ZEIT


PROMETHEUS UNBOUND

Berlin-Premiere 10 / 11 / 12 / April 2021

Was passiert, wenn maschinelles Lernen und per Algorithmen erzeugte Töne, Bildwelten und Texte auf reale Schauspieler*innen treffen? Prometheus brachte den Menschen einst das Feuer, die Technik und die Kunst. Zur Strafe ließ Zeus ihn an den Kaukasus schmieden und regelmäßig von einem Adler heimsuchen; die Macht des Fortschritts war trotzdem nicht mehr aufzuhalten. In PROMETHEUS UNBOUND bestimmt künstliche Intelligenz – KI – immer wieder neu den Verlauf des Abends und wirft die Frage auf, wie "kreativ“ sie ist.

eine Produktion der CYBERRÄUBER im Doppelpass-Programm


SEX SMELLS

April 2021

Das letzte feministische Pornokino der Stadt wirft seine tiefroten Schatten der Nacht auf die keimfreie Welt des Tages. Den Legionären des patriarchalen Kapitalismus ist dieses Symbol der erotischen Subkultur ein Dorn im Auge. Für kollektive, enthierarchisierte Orgasmen soll künftig kein öffentlicher Raum mehr zur Verfügung stehen! Das Spannungsfeld zwischen revolutionärem Empowerment von Sex auf der einen und der katalogisierenden und ausbeuterischen Praxis der neoliberalen Werbe- und Pornoindustrie auf der anderen Seite gerät in SEX SMELLS ins Knistern, und das Kollektiv Eins sagt JA zum Leben in all seiner Erotik, Leidenschaft und Widersprüchlichkeit.

post-patriarchales Erotik-Märchen


EPISODIO

Frühsommer 2021

In der Logik von Youtube wird alles – Szenen von Gewalt, extreme politische Positionen, menschliches Leid und Freude, Fake News, das Unboxing eines Produkts oder Bilder einer Naturkatastrophe – zum Platzhalter für Werbung. Was passiert, wenn der geheime Algorithmus des Internetriesen von Video zu Video führend Zusammenhänge provoziert? Federico Vöcks de Schwindt & Ensemble entwickeln mit abgründigem Humor eine episodische Erzählung, die in mehreren Sprachen durch einige Leben streift. Manchmal tragisch, manchmal absurd bewegen sich die Figuren durch Fragmente einer Welt, in der jeder Augenblick eines Lebens vom Markt beeinflusst und instrumentalisiert wird. Life ist the new normal!

von Federico Vöcks de Schwindt & Ensemble


A FEW WORDS FOR A WOMAN TO SING

07 / 08 / 09 Mai 2021

Die Sängerin Cathy Berberian ist trotz ihres neu- und einzigartigen Umgangs mit Stimme sowie als Wegbereiterin in der Vermittlung für Neue Musik wenig bekannt und steht im Schatten von männlichen Komponisten wie John Cage. Hat ihr Schaffen eine geringere Anerkennung bekommen, weil sie eine Frau war? Wird der Frau kein Werk zugetraut? Wie tragfähig ist der Werkbegriff noch? Muss er aus geschlechts- oder genderspezifischer Sicht neu bewertet werden, und lässt sich das Bedeutungsvakuum bezüglich des Werkes von Cathy Berberian nachträglich ausgleichen?

posthumes Empowermentprojekt von picnic


PERFORMING ARTS FESTIVAL

25 – 30 Mai 2021

Das Performing Arts Festival Berlin zeigt an zahlreichen Spielorten die Vielfalt und die Schaffenskraft der freien Szene dieser Stadt!


ES FÄLLT MIR IMMER SO SCHWER, ORTE ZU VERLASSEN, AN DENEN ICH NOCH NIE WAR

Premiere 04 Juni 2021

"Komm klar!" ist der Befehl, den wir versuchen mit unserem Leben zu füllen. Wer klarkommt, ist attraktiv – klar. Aber wieso feiern wir es nicht genau anders herum? Wer nicht klarkommt lebt doch die berechtigte Erschöpfung in einer Gesellschaft, in der wir gegen uns selbst und gegeneinander kämpfen.

Der neue Theaterabend von Malte Schlösser und Team fragt, wie geht Nicht-Klarkommen als Verweigerung? Wie lässt es sich üben? Welche Selfies müssten wir produzieren, um unsere Beschädigungen, Traumata und Krisen zu zeigen und zu feiern? Wie können wir dem Nicht-Klarkommen als Verweigerung Hochstatus verleihen? Die Wunde zeigen, emotionale Herrschaft markieren und mit konsequenter Selbstermächtigung Macht und Wirkung von Privilegien und Ausgrenzungen benennen – das wäre eine mögliche Quelle von Verbundenheit.

von Malte Schlösser und Team - (verschobene Theaterpremiere)


ON THE FIRST NIGHT WE LOOKED AT MAPS – Los Alemanes del Volga

Sommer 2021

Auf einem Tisch liegen Fotos, Landkarten, Dokumente und ein Gesangbuch, Mate-Tee wird gereicht. Gastgeber dieser dokumentarischen Performance ist ein schwules Paar: Federico, dessen Großvater in einer wolgadeutschen Kolonie in Argentinien aufwuchs und der seit fünf Jahren in Berlin lebt, sowie Wenzel, sein Ehemann, aufgewachsen zwischen den verlassenen Fabriken eines verschwundenen Staates. Den Spuren der Wolgadeutschen folgend, die im 18. Jahrhundert nach Russland auswanderten und 100 Jahre später ihren Weg auf dem amerikanischen Kontinent fortsetzten, setzen sich die Performer mit vergangener Migration und den Widersprüchen familiärer Identität auseinander – im fluiden Erzählfluss eines Paares auf der Suche nach einem “Queer Heritage“ und einer Heimat, die nie wirklich existierte.

von Vöcks/Schwindt