FINSTERNIS

nach „Schiffbruch vor Lampedusa“ von Davide Enia

25. Feb Fr, 20:00
26. Feb Sa, 20:00
27. Feb So, 20:00
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„Es gibt zwei Instinkte in uns: Der eine ist der Überlebensinstinkt, und der andere befiehlt dir, anderen zu helfen. Manchmal überwiegt der eine, manchmal der andere. Aber mit der Zeit, mit der Erkenntnis, den Begegnungen, Erfahrungen nimmt die Angst immer mehr ab und verschwindet, irgendwann.“

Davide Enia beschreibt in seinem Roman „Schiffbruch vor Lampedusa“ die Geschehnisse auf der italienischen Mittelmeerinsel, die seit 20 Jahren Sinnbild für die Krise an den europäischen Außengrenzen ist - und Schicksalsort für Geflüchtete, deren Retter*innen und die dort lebenden Menschen. Dabei spiegelt er die sich permanent weiter vollziehende Katastrophe an seiner eigenen Familiengeschichte.

In seinen Berichten und Interviews mit Zeugen und Beteiligten der Ereignisse auf Lampedusa erscheinen die Geschehnisse nicht mehr nur als eine „Krise der anderen“, der „Unsichtbaren“, sondern vor allem auch als unsere eigene. Wie der Krebs, der Davides Onkel langsam von innen zerfrisst, höhlt auch unser Nichtstun allmählich unser europäisches Selbstverständnis als Vorreiter von Humanität und Menschenrechten aus - als Krankheit, die unser Zusammenleben tiefgreifender bedroht als jede Migration es jemals könnte.

Der Text als ein mitreißender Monolog auf die Bühne gebracht, reflektiert mahnend, was die Vorgänge im Mittelmeer jenseits aller politischer Debatten um Asyl und Zuwanderung vor allem sind: Geschichten individueller Katastrophen, Erfahrungen von Niederlagen, Hoffnung und Verlust.


Mit Alexander Finkenwirth Regie Andreas Merz Raykov Gefördert durch Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR / GVL Kooperation Sea-Watch e.V. – Zivile Seenotrettung an Europas Grenzen Rechte bei Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs GmbH

Andreas Merz Raykov studierte Dramaturgie an der Bayerischen Theaterakademie und der Ludwig-Maximilians-Universität in München und Theater-Regie am Mozarteum Salzburg. Nach dem Studium arbeitete er am Bayerischen Staatsschauspiel in München, bis er 2008 an die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin wechselte. Seit 2011 arbeitet er als freier Regisseur im In- und Ausland. Unter anderem war er zweimal für den nationalen russischen Theaterpreis Goldene Maske nominiert. andreas-merz-raykov.de

Kartenpreise 9,- € (ermäßigt) / 15,- €

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