SEYMOUR
von Anne Lepper / Glossy Pain
Juni
mit englischen Übertiteln
Fünf Kinder werden von den Eltern in ein Kurhaus in den Bergen geschickt. Akribisch folgen sie den absurden Regeln des Pflichtprogramms, um in jeder Hinsicht endlich „richtig“ zu werden. Zuhause in ihrem Kinderzimmer wohnt unterdessen ein anderes Kind, das sie vielleicht nicht nur probeweise ersetzt. Vermeintlich durch Kinderaugen geht es um Liebe im Spätkapitalismus, Körper- und Geschlechternormen und unsere existentielle Angst, ungenügend und austauschbar zu sein.
Im alpin gelegenen Kurhaus geben die jungen Kurgäste alles, um endlich hineinzupassen und geliebt zu werden. Exzesse in Form von Kuchenfresspartys sind nur eine Absonderlichkeit des Programms, das Doktor Bärfuss einst aufgestellt hat. Dieser selbst glänzt jedoch durch Abwesenheit. Stattdessen hat der kleine Robert die Führung übernommen und kommandiert die Kinder herum. Und zum Ansporn liegt der stumme, goldene Sebastian auf dem Diwan – wunderbar dünn, aber tot. Ihn zu berühren, soll Glück und Besserung bringen, doch auch das kann Zweifel und Verzweiflung, die langsam ins Heim einziehen, nicht aufhalten: Die dünnen Seymours sind gekommen, um zu bleiben.
Mit sechs Spieler*innen erkundet Glossy Pain kollektiv die absurde Welt des Bärfuss’schen Diet Camps, in dem sich unsere eigene Welt spiegelt.
Publikumsgespräch in Zusammenarbeit mit Theaterscoutings Berlin am 12. Mai im Anschluss an die Vorstellung.
Mit Claude Breton-Potvin / Maya Alban-Zapata / Cansu Yildiz / Riah
Knight / Christiane Ziehl / Sebastian Pircher Regie Katharina Stoll
Choreografie Claude Breton-Potvin Bühne/Kostüme Agathe MacQueen Video
Sebastian Pircher Dramaturgie Angelika Schmidt Musik/Songwriting
Johannes Gwisdek / Riah Knight Licht Diana Swieca Regieassistenz Julia
Boxheimer Ausstattungsassistenz/Technische Leitung Emily Siedler
Produktion Sophie Beck Übertitel Angelika Schmidt Aufführungsrechte
schaefersphilippen Theater und Medien GbR Kooperation TD Berlin
Gefördert durch Senatsverwaltung für Kultur und Europa Wiederaufnahme
gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der
Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR
Glossy Pain arbeitet als mehrsprachiges Kollektiv spartenübergreifend in wechselnden Konstellationen mit internationalen Künstler:innen zu feministischen, antikapitalistischen und antirassistischen Fragestellungen. In Anlehnung an Audre Lorde macht sich das Kollektiv zur Aufgabe, die Erotik als Kraft aus den Fängen des Patriarchats zu befreien und sie als Motor zu nutzen, um eine Utopie des freien, gemeinschaftlichen Arbeitens fernab hierarchischer, patriarchaler Strukturen zu schaffen. Seine erste Produktion „BANG!“ brachte das Kollektiv im Juni 2021 am TD Berlin zur Premiere. Darauf folgten 2022 „Seymour“ von Anne Lepper am TD und „Sistas!“ von Golda Barton an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, sowie Anfang 2023 eine Überschreibung von „Woyzeck“ nach Georg Büchner am Theater an der Ruhr.
Kartenpreise 25€ / 15€ / 10€ (Solidarisches Preissystem)