WER NICHT WEITER WEISS, HAT RECHT

Sichansprechbarmachen als Kapitalismuskritik

2023 Dez

Wer alleine weiter weiß, hat Krise nicht verstanden. Und glaubt vielleicht noch, die Welt sei eine Bühne der egozentrischen Selbstbehauptung. Nichts belästigt unser Zusammensein so sehr wie der kapitalistische Befehl, sich als etwas Besonderes zu produzieren.

Die Akteur*innen dieses Abends stemmen sich gegen die patriarchale Geste, Räume mit der eigenen Selbsttotalisierung zu fluten. Sie suchen einen Ort des postidentischen Sich-Fühlen-Könnens durch Beziehungs-Fürsorge. Aber wie geht das, wenn die Strukturen, mit denen wir uns Gewalt antun, auch in uns liegen?

Die Inszenierung erkundet, was es heißen könnte, sich traumasensibel in Frage stellen zu lassen, um trotz Machtstrukturen ein Selbst zu werden. Die eigene Narzissmuskritik als verkörperte Kapitalismuskritik. Was muss geschehen, damit das Gefühl der Verlorenheit in kollektive und beziehungsorientierte Sorge überführt wird?

In einem Reigen von Sprachzerstörung und Rekonstruktion, musikalischer Trance und Lichtarena eröffnet die Inszenierung einen atmosphärischen Diskursraum zwischen Abstraktion und Nähe, um die ideologischen Grammatiken der Unverbundenheit zu markieren und nach subversiven Ästhetiken gegen den traumatischen Wiederholungszwang zu suchen. Ein Ausbruch aus einer überkomplexen Welt durch die radikale Anerkennung der eigenen Verlorenheit: Wer nicht weiter weiss, hat recht!



„Wer Lust hat, den kapitalistischen Selbstoptimierungsdruck hinter sich zu lassen und sich auf eine ästhetisch subversive Reise zu begeben, wird begeistert sein. " Tipp


Am 10.10. gibt es ein Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung in Zusammenarbeit mit theaterscoutings



Von und mit Lisa Heinrici / Emma Rönnebeck Konzeption/Regie/Text Malte Schlösser Musik Michelangelo Contini Licht/Kostüm/Bühne Thomas Giger Videokünstler Nicolas Gebbe Textarbeit (spielerisch/dramaturgisch) Marie Jordan Dramaturgie Anna Krauß Szenen/szenische Texte Emma Rönnebeck / Malte Schlösser Regie-/Dramaturgieassistenz/Soufflage Jewgenija Conradi Produktions- /Regieassistenz Lilli Else Dietmann Produktionsleitung Eva-Karen TittmannTechnische Produktionsleitung/Produktionsleitung WA Aurora Kellermann Bühnentechnik N.N. PR Yven Augustin Foto William Minke / Milena Schlösser Plakatgrafik KruseundMüller Kooperation TD Berlin Dank an das Theaterhaus Schöneweide Gefördert durch Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

Malte Schlösser „operiert als Psychotherapeut des Theaters am Widerspruch von Gelingen und Scheitern. Wie wir alle.“ (Berliner Zeitung). Ihm „gelingen komische, wahrhaftige Momente, die Lust machen, genauer hinzuschauen“ (Nachtkritik). Seine Arbeiten sind regelmäßig im Spielplan des TD Berlin zu sehen, wo sie auch entstehen, und touren deutschlandweit. Im Januar 2026 ist eine neue Produktion geplant.

www.malteschloesser.de

www.instagram.com/malteschloesser/


Kartenpreise 25€ / 20€ / 15€ / 10€ (Solidarisches Preissystem)


https://www.berlin.de/sen/kultur/