KHARKIV CALLING

von Costa Compagnie

23. Feb Fr, 20:00
24. Feb Sa, 20:00
25. Feb So, 20:00
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Englisch / engl.+ dt. + ukrain. ÜT

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Was tun, wenn das eigene Land angegriffen wird? Costa Compagnie interviewte in der Ost-Ukraine vier Frauen, die sich 2022 freiwillig zum bewaffneten Kampf meldeten. Darunter die Menschenrechtsanwältin Zhenya, die nun Drohnenpilotin in einer Aufklärungseinheit ist und die Dokumentarfilmregisseurin Helena, mittlerweile Sanitäterin in einer Kampfeinheit. Ein filmischer Essay bringt die Gespräche mit diesen Frauen von der Front auf die Bühne und stellt sie neben die unmittelbare Erzählung einer jungen ukrainischen Schauspielerin, deren Weg in Auseinandersetzung mit Heimat, Familie und Coming Out in eine andere Richtung, ins Exil nach Berlin führte.

KHARKIV CALLING richtet zwei Jahre nach dem russischen Angriff auf die Ukraine den Blick auf unterschiedliche Lebenswege starker emanzipierter Frauen und auf ihre Überzeugungen gegen das hereinbrechende autokratische System, das jüngst im Dezember 2023 die LGBTQIA+Bewegung als extremistisch einstufen ließ. Welche Werte und Systeme werden in der Ukraine jenseits des eigenen Lebens und Landes verteidigt? Würde man sein Leben einsetzen, um für Demokratie und Freiheit zu kämpfen? Wie fühlt es sich an, 2.000 km entfernt in Berlin einen Theatermonolog über diese Fragen aufzuführen, während Freund*innen und Bekannte zuhause in Kriegshandlungen verwickelt sind?

In KHARKIV CALLING konfrontiert uns und sich die erst zwanzigjährige Schauspielerin Anna Mrachkovska mit einer radikalen Gegenwart, der deutschen Geschichte in der Ukraine und Fragen an die Zukunft. Das Solo verquickt eine packende persönliche Erzählung, exklusives Videomaterial und Tanz zu einem Bühnengeschehen, das das Dilemma und Desaster des Krieges entlang konkreter Leben erfahrbar werden lässt.


„Es sind einfühlsame, genaue Schilderungen eines Lebens im alltäglichen Ausnahmezustand. (…) Direkt sprechen die Frauen und zugleich lassen die mehrminütigen, ruhigen Filme Raum für Ambivalenzen." – Berliner Morgenpost, Tourette und Kriegsalltag auf dem Monologfestival, 10.11.2023

„Costa Compagnie (…) interviewte (…) im August 2022 vier ukrainische Frauen, die an die Front gingen. (…) Die junge Schauspielerin Anna Mrachkovska (…) erzählt (hingegen) von ihren Gewissensbissen, das Land verlassen zu haben (und) liefert eine sehr brüchige, fragile und in sich zum Teil widersprüchliche Rahmung der Interviews. Gerade diese Fragilität ist aber eine Stärke. Sie stellt Nähe her und eröffnet den Blick auf die Kriegsfolgen jenseits der Schlagzeilen, großen Erzählungen und auf den Schockreiz setzenden Bilder.“ – taz.die tageszeitung, Frauen an der Front, 13.11.2023

„…trotz ihrer Skizzenhaftigkeit öffnet auch diese Arbeit zumindest eine Ahnung der unterschiedlichen Lebensentscheidungen, die man im Krieg treffen kann – und ermöglicht also eine weitere Begegnung mit dem „Anderen“. …ein gewichtiges Thema, … und interessantes Videomaterial.“ – nachtkritik, Monologfestival, 10.11.2023


Publikumsgespräch jeweils im Anschluss an die Vorstellungen

Triggerwarnung Beschreibung von Kriegshandlungen in Bildern, Text und Ton


Text / Performance Anna Mrachkovska Regie / Text / Recherche vor Ort Felix Meyer-Christian Kamera Thomas Oswald Videoschnitt / Dramaturgie Marichka Lukianchuk Kostüm / Künstlerische Mitarbeit Zoë Sebanyiga Koproduktion TD Berlin im Rahmen des Monologfestival 2023 Gefördert durch die vierjährige Festivalförderung der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Berlin

COSTA COMPAGNIE von Felix Meyer-Christian als Kollaboration interdisziplinär arbeitender Künstler*innen gegründet. Ihre Arbeiten vereinen dokumentarische, performative, filmische und choreographische Methoden mit einem essayistischen und multi-perspektivischem Narrativ. Die Gruppe fokussiert sich auf Kriegs- und Krisenregionen, globalpolitische Umbrüche und die Frage nach dem Menschen darin; dafür reisen sie in die Länder und Regionen und führen sie vor Ort Interviews. Ihr dokumentarischer Kinofilm „Independence“ wurde beim Filmfestival Max Ophüls Preis 2023 als „Bester Dokumentarfilm im Preis der Filmkritik “ und „Beste Musik in einem Dokumentarfilm“ ausgezeichnet; Kinostart im März 2024. www.costacompagnie.org

Kartenpreise 25€ / 15€ / 10€ (Solidarisches Preissystem)