WIR LIEBTEN NICHT ALLE

die Geschichte der Jahrhundertfamilie Wolf

01. Dez Do, 20:00
02. Dez Fr, 20:00
03. Dez Sa, 20:00
04. Dez So, 18:00

deutsch mit englischen Übertiteln

English version see here

Ein Theaterstück über vehemente Frauen, ideologische Debatten und den Kosmos einer der einflussreichsten Familien der DDR. Familie Wolf war geprägt von Überzeugungstäter*innen im Widerstand gegen den Faschismus, im Glauben an den Sozialismus und ringend um eine Haltung zur DDR. Während die Männer Filme machten, Menschen verarzteten, Bücher schrieben oder die Staatssicherheit mit aufbauten, waren die Frauen Republikflüchtlinge, Spioninnen, Observierte, Verfolgte, Kommunistinnen, Kämpferinnen und Komplizinnen. WIR LIEBTEN NICHT ALLE taucht ins Private ein, um Politisches zu begreifen.

Die Familiensaga: Emmi Wolf, deren Vater im KZ ermordet wurde, ist überzeugte Antifaschistin. An ihrer Seite avanciert Ehemann Markus Wolf zum Leiter der DDR-Auslandsspionage. Seine zweite Ehefrau Christa ist erst Mitarbeiterin, dann Opfer der Stasi. Als er Mitte der 80er Jahre seine spätere dritte Ehefrau Andrea Stingl kennenlernt, die wegen Republikflucht einsaß, vollzieht er einen Wandel und sucht die Nähe zu Oppositionellen. Wie ehrlich ist diese Entwicklung? Mit im Familienbild stehen auch Bruder und Filmemacher Konrad Wolf und die Eltern: Arzt und Schriftsteller Friedrich Wolf sowie Else Wolf, die jahrzehntelang die Familie zusammenhält. Auf wessen Kosten?

Anlässlich des 100. Geburtstags von Markus Wolf im kommenden Jahr fragen Eleganz aus Reflex nach persönlichen Motiven, sich für oder gegen eine Sache zu stellen, und nach den Konsequenzen dieser Entscheidungen auf das Leben anderer und den Lauf der Geschichte. WIR LIEBTEN NICHT ALLE versucht in Verkehrung des berühmten Mielke Zitats eine ehrliche Auseinandersetzung mit der individuellen Verantwortung gegenüber dem politischen System. Der Theaterabend leuchtet in das Dickicht von (Falsch-) Informationen, gelenkten Mythen und mündlich überlieferten Narrativen und zeigt auf, wie es gewesen sein könnte.


Am 6 / 7 / 8 Januar 2023 und 25 / 26 Februar 2023 gastiert die Aufführung im studioNAXOS - Frankfurt/M




Mit Lisa Heinrici / Mariann Yar / Katharina Merschel Text / Regie Carolin Millner Dramaturgie Lisa Schettel Bühne / Kostüm / Licht Maylin Habig / Nils Wildegans Video Arda Funda Assistenz Sylvia Eck Produktionsleitung Jasna Witkoski Unterstützung von Christian Ostermann / Friedrich Wolf Gesellschaft / Archiv der Akademie der Künste / Dr. Jens Gieseke (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung) / Stasimuseum Berlin in der Zentrale des MfS / Stasi-Unterlagen-Archiv / Bundesarchiv / Deutsches Rundfunkarchiv /Robert Conrad und Leon Kahane Produktion ELEGANZ AUS REFLEX Koproduktion TD Berlin/studioNAXOS Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds, das Land Hessen und dem Kulturamt Frankfurt am Main Institutionell gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main

ELEGANZ AUS REFLEX 2014 in Frankfurt/ Main gegründet, steht für Sprechtheater in enger Verbindung zu Performance und installativer Kunst, das sich in seinen Stückentwicklungen mit historisch-politischen Themenkomplexen auseinandersetzt. In Abgrenzung zu einer journalistischen Herangehensweise ist die Arbeitsweise assoziativ, mit subtilen Verbindungen ins Heute und Entwicklung einer eigener Erzählform und Ästhetik. www.caromillner.com

Kartenpreise 9,- € (ermäßigt) / 15,- €